GeDIG: Was das neue Digitalgesetz für Praxen, Kliniken – und eure Patientenakte bedeutet

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31. Juli 2026
Im Trend | KI
Arzt mit Tablett in der Hand
Arzt mit Tablett in der Hand

Am 15. Juli 2026 hat das Bundeskabinett das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, kurz GeDIG. Klingt nach Behörden-Deutsch, hat aber ziemlich direkte Folgen für alle, die im Gesundheitswesen mit Daten, Akten und Software zu tun haben. Wir ordnen ein, was drinsteckt – und warum Digitalisierung im Gesundheitswesen gerade an einem Wendepunkt steht.

Was ist GeDIG eigentlich?

GeDIG soll die elektronische Patientenakte (ePA) endlich zu dem machen, was sie immer sein sollte: ein zentraler, nutzbarer Ort für Gesundheitsdaten. Dazu gehören unter anderem neue Funktionen rund um Ersteinschätzung, elektronische Überweisung und eine digitale Terminplattform, die technisch an die ePA andocken. Laut Ministerium sollen dadurch jährlich rund 445 Millionen Euro eingespart werden, vor allem weil Mehrfachuntersuchungen und Medienbrüche wegfallen.

Was ändert sich für Patient:innen?

Befunde aus der ePA sollen künftig auch in verständlicher Sprache aufbereitet werden – kein Fachchinesisch mehr, das man erst googeln muss. Dazu kommen individualisierte, KI-gestützte Beipackzettel, die auf die eigene Medikation zugeschnitten sind. Die Idee dahinter: Daten, die ohnehin da sind, endlich sinnvoll nutzen, statt sie in Aktenordnern oder unverbundenen Systemen verstauben zu lassen.

Wo hakt es noch?

Ehrlich gesagt: an der Umsetzung. Die ePA ist für Praxen und Kliniken zwar seit Oktober 2025 verpflichtend – laut einer DKG-Befragung von Ende Februar 2026 konnten damals aber erst rund 26 Prozent der Kliniken sie krankenhausweit nutzen. Neuere Zahlen aus dem TI-Atlas 2026 der Gematik zeigen inzwischen eine deutliche Verbesserung: Rund 50 Prozent der Kliniken arbeiten mittlerweile mit der ePA, drei Viertel davon bereits krankenhausweit; bei Arztpraxen liegt die intensive Nutzung sogar bei knapp 70 Prozent. Der Trend geht also nach oben – zeigt aber auch, dass Gesetzgeber und Software oft schneller sind als die tatsächliche Integration in den Praxisalltag. Genau da entscheidet sich, ob ein Gesetz wie GeDIG wirklich ankommt oder auf dem Papier bleibt.

Was bedeutet das für Praxen, Kliniken und Anbieter?

Wer im Gesundheitswesen digitalisiert, bekommt mit GeDIG neue Schnittstellen, neue Pflichten – und neue Chancen. Software, die Patientendaten verarbeitet, muss künftig sauber an die ePA-Infrastruktur andocken können, verständliche Aufbereitung ermöglichen und dabei Datenschutz und Nachvollziehbarkeit nicht aus dem Blick verlieren. Genau in diesem Spannungsfeld – komplexe, regulierte Inhalte digital zugänglich machen, ohne dass Compliance auf der Strecke bleibt – bewegen wir uns bei netTrek regelmäßig.

Eine Geschichte aus der Praxis

Ein gutes Beispiel: Für Funke Medical, einen Hersteller von Medizinprodukten, haben wir eine digitale Bedienungsanleitung entwickelt. Die Herausforderung: hochregulierte, sicherheitsrelevante Produktinformationen, die bislang nur als dickes Papierheft existierten – schwer zu durchsuchen, schwer aktuell zu halten. Unsere Lösung: eine digitale, durchsuchbare Anleitung, die Inhalte klar strukturiert, ohne regulatorische Vorgaben zu verwässern. Das Ergebnis: weniger Rückfragen, schnellerer Zugriff im Arbeitsalltag – ein Beleg dafür, dass sich Regulierung und gute Nutzererfahrung nicht ausschließen müssen. Genau diese Erfahrung ist übertragbar auf alles, was jetzt rund um GeDIG und die ePA an neuer Software gebraucht wird.

Häufige Fragen zu GeDIG

Wann tritt GeDIG in Kraft?

Der Kabinettsbeschluss vom 15. Juli 2026 ist der erste Schritt; als Nächstes geht der Entwurf ins parlamentarische Verfahren.

Muss ich als Praxis jetzt etwas tun?

Direkt aus dem Kabinettsbeschluss ergibt sich noch keine neue Pflicht – aber wer seine ePA-Anbindung bislang nur pro forma erfüllt, sollte die Zeit nutzen, um wirklich nutzbare Prozesse aufzubauen, bevor weitere Pflichten kommen.

Was hat das mit KI zu tun?

Die geplanten Funktionen – verständliche Zusammenfassungen, individualisierte Informationen – funktionieren nur mit KI-gestützter Sprachverarbeitung. Damit ist GeDIG auch ein Stück KI-Regulierung im Gesundheitswesen.

Willst du wissen, wie sich regulierte, dokumentationsintensive Prozesse in eurem Bereich digitalisieren lassen? Sprich uns an.

Über den Autor

  • UI/UX Design, Online Marketing

    Ich bin UI/UX-Designerin und konzipiere digitale Produkte so, dass sie klar, logisch und mit gutem Gefühl nutzbar sind. Als Online Marketing Managerin denke ich Design, Marketing und Social Media zusammen. Ich achte darauf, dass Nutzerführung, Inhalte und Markenauftritt ein stimmiges Gesamtbild ergeben.

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