EU AI Act: KI-Kompetenz ist jetzt Teil der Unternehmens-Compliance
Der EU AI Act ist endgültig im Unternehmensalltag angekommen. Seit dem 2. Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden und weiterer Personen zu ergreifen, die in ihrem Auftrag mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Dabei sollen unter anderem technisches Wissen, Erfahrung, Ausbildung und der konkrete Einsatzkontext berücksichtigt werden. Seit August 2026 greifen auch die entsprechenden Aufsichts- und Durchsetzungsregeln.
Für Unternehmen bedeutet das: Der verantwortungsvolle Umgang mit KI ist keine reine Zukunftsaufgabe mehr. Wer ChatGPT, Claude, Copilots oder andere KI-Systeme beruflich nutzt, muss sich mit AI Literacy, Datenschutz und einem sicheren KI-Einsatz beschäftigen.
Besonders relevant ist die Verbindung zur DSGVO. Werden personenbezogene Daten durch externe KI-Anbieter im Auftrag eines Unternehmens verarbeitet, müssen unter anderem die Anforderungen an Auftragsverarbeiter und gegebenenfalls internationale Datenübermittlungen berücksichtigt werden.
Bei Datenschutzverletzungen kann eine Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde notwendig werden. Grundsätzlich gilt dafür eine Frist von höchstens 72 Stunden nach Bekanntwerden, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Verstöße gegen zentrale DSGVO-Vorschriften können mit bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sanktioniert werden.
Was heißt das im Arbeitsalltag?
- Nutze für berufliche Aufgaben nur freigegebene Unternehmensaccounts und geprüfte KI-Dienste.
- Minimiere personenbezogene und vertrauliche Daten und pseudonymisiere sie, wenn möglich.
- Gib keine Passwörter, Zugangsdaten, Gesundheitsdaten oder ungeprüfte vollständige Kundendokumente in KI-Systeme ein.
- Prüfe jedes KI-Ergebnis fachlich – auch überzeugend formulierte Antworten können falsch sein.
Mit KI-Schulungen fit für den EU AI Act
Auch wir haben uns intensiv mit den neuen Anforderungen beschäftigt. Deshalb hat Saban Ünlü eine zweiteilige KI-Schulung für unser Team durchgeführt.
Der erste Teil richtete sich an alle Mitarbeitenden. Im Fokus standen der EU AI Act, Datenschutz, der sichere Umgang mit Unternehmensdaten, gutes Prompting, Datenminimierung sowie das wichtige Human-in-the-Loop-Prinzip.
Ein zweiter Teil wurde speziell für unsere Entwickler konzipiert. Hier ging es tiefer in die technischen Anforderungen und darum, wie KI-Systeme sicher und datenschutzbewusst in Entwicklungsprozessen eingesetzt werden können.
Eine zentrale Regel lautet dabei: so wenig echte Daten wie möglich. Namen können beispielsweise durch Platzhalter ersetzt werden. Statt komplette Datensätze hochzuladen, kann eine KI mit erfundenen Beispieldaten eine Formel, Struktur oder Vorlage entwickeln, die anschließend lokal mit den tatsächlichen Daten genutzt wird.
Ebenso wichtig ist eine offene Fehlerkultur. Gelangen sensible Informationen versehentlich in ein ungeeignetes System, sollte der Vorfall sofort intern gemeldet und geprüft werden. So können Risiken schnell begrenzt und Prozesse verbessert werden.
EU-AI-Act-Schulung für Unternehmen: Wir unterstützen dich und dein Team
Diese Erfahrungen geben wir weiter. Wir bieten Unternehmen eine praxisorientierte EU-AI-Act-Schulung zur KI-Kompetenz an und unterstützen dabei, die Anforderungen von Artikel 4 verständlich in den Arbeitsalltag zu übersetzen.
Dabei können sowohl Grundlagen für alle Mitarbeitenden als auch vertiefende Schulungen für Entwickler und technische Teams abgedeckt werden.
Es geht nicht darum, KI aus Angst vor neuen Vorschriften zu vermeiden. Vielmehr sollen deine Mitarbeitenden verstehen, welche KI-Tools sie einsetzen dürfen, welche Daten geschützt werden müssen, wie KI-Ergebnisse kontrolliert werden und was im Ernstfall zu tun ist.
So wird aus regulatorischen Anforderungen ein sicherer und praxistauglicher Umgang mit künstlicher Intelligenz – und dein Unternehmen schafft die Grundlage dafür, KI verantwortungsvoll und sinnvoll einzusetzen.




